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Großeltern sein mit Liebe und klaren Grenzen

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Großeltern sein mit Liebe und klaren Grenzen

Ein praktischer Wegweiser zu Nähe, Familienregeln, Entfernung, Geschenken und veränderten Rollen

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Die Kapitel

  1. Kapitel 1: Die Rolle ist heute eine andere
  2. Kapitel 2: Nähe in jedem Alter
  3. Kapitel 3: Regeln, Essen, Bildschirme und Sicherheit
  4. Kapitel 4: Kinderbetreuung ohne Groll
  5. Kapitel 5: Geschenke, Geld und Gerechtigkeit
  6. Kapitel 6: Entfernung und digitale Nähe
  7. Kapitel 7: Patchworkfamilien und viele Großeltern
  8. Kapitel 8: Streit, weniger Kontakt und Versöhnung
  9. Kapitel 9: Traditionen, Geschichten und das Erbe, das Sie wirklich geben
  10. Kapitel 10: Eine Familienabsprache fürs Großelternsein

Wofür es da ist

Für Großeltern über 60, die eine nahe, vertrauensvolle Beziehung zu ihren Enkelkindern und zu deren Eltern wollen, über Jahrzehnte. Ebenso für Eltern erwachsener Kinder, die spüren, dass sich die Rolle verändert hat, und wissen möchten, wie sie darin warm und respektiert bleiben.

Was es nicht leistet

Es ist keine Therapie und keine Rechtsberatung. Es stellt keine Diagnose für Ihre Familie, es nennt keine Studien, Zahlen oder Fristen, und es behauptet keine Erfolgsgarantie. Bei allem, was die Sicherheit eines Kindes, eine seelische Krise, Sucht, das Sorgerecht oder rechtliche Fragen betrifft, verweist es ausdrücklich an qualifizierte Fachleute und die zuständigen Stellen in Deutschland.

Dreißig-Tage-Pläne

  1. Schicken Sie einem Enkelkind eine Nachricht ohne Anliegen und ohne Erwartung einer Antwort, einfach „Ich denke an dich" und eine konkrete Sache, die Sie an ihm mögen.
  2. Rufen Sie einen Elternteil in Ihrer Familie an oder schreiben Sie ihm und bieten Sie diese Woche eine konkrete, einfache Hilfe an, eine Besorgung, eine Stunde, ein Essen, ohne Bedingungen.
  3. Stellen Sie einem Enkelkind eine echte Frage zu seinem wirklichen Leben, zu seiner Lieblingssache gerade, und hören Sie die ganze Antwort an, ohne eine Lehrstunde daraus zu machen.
  4. Schreiben Sie eine Hausregel oder Erziehungsentscheidung auf, die Sie nervt, und entscheiden Sie bewusst, sie für diesen Monat loszulassen.
  5. Erzählen Sie einem Enkelkind eine kurze Geschichte über seinen Vater oder seine Mutter als Kind. Sehen Sie zu, wie es aufleuchtet.
  6. Schicken Sie einem Enkelkind etwas Kleines mit der Post, nah oder fern, eine Postkarte, eine Zeichnung, einen ausgeschnittenen Comic aus der Zeitung.
  7. Ausruhen und bemerken. Welcher Moment dieser Woche hat sich am wärmsten angefühlt? Nehmen Sie sich vor, ihn zu wiederholen.
  8. Fragen Sie die Eltern klar: „Was ist euch am wichtigsten, woran ich denken sollte, Essen, Bildschirme, Sicherheit, überhaupt?" Schreiben Sie die Antwort auf.
  9. Bevor Sie das nächste Mal etwas zu essen geben, ein Gerät reichen oder einen Ablauf ändern, fragen Sie vorher. Üben Sie die kleine Gewohnheit: „Ist das in Ordnung?"
  10. Denken Sie an eine Sache, die die Eltern mit ihren Kindern gut machen, und sagen Sie es ihnen, konkret. Lob ist etwas, das junge Eltern selten bekommen.
  11. Wenn Sie ungefragt Ratschläge geben, ertappen Sie sich einen ganzen Tag lang, bevor der Satz herauskommt, und ersetzen Sie ihn durch eine Frage.
  12. Klären Sie eine kleine Ausnahme vorher ab, „Können wir Samstag einen Filmabend machen?", statt sie zu überfallen und sich hinterher zu entschuldigen.
  13. Tun Sie einem Elternteil eine nützliche, langweilige Sache, ungefragt und ohne Kommentar: Wäsche zusammenlegen, den Müll rausbringen, abspülen.
  14. Ausruhen und bemerken. Hat sich diese Woche irgendetwas zwischen Ihnen und den Eltern leichter angefühlt? Kleiner Respekt summiert sich.
  15. Beginnen Sie einen winzigen wiederholbaren Brauch mit einem Enkelkind: einen Gruß, einen Witz, ein Lied, eine Frage, die Sie immer stellen.
  16. Lassen Sie sich von einem Enkelkind etwas beibringen, und seien Sie ein wirklich williger Schüler. Die Fachperson zu sein, ist für ein Kind jeden Alters ein Geschenk.
  17. Tun Sie eine Sache gemeinsam, aus der „Ihre Sache" werden könnte: backen, bauen, angeln, Karten spielen, gärtnern, spazieren gehen.
  18. Lernen Sie die Namen von drei Dingen, die Ihr Enkelkind gerade liebt, eine Serie, ein Spiel, eine Freundin, damit Sie danach mit Namen fragen können.
  19. Machen Sie bei einem weit entfernten Enkelkind aus dem Videoanruf eine Tätigkeit: ein Buch in die Kamera lesen, etwas zeigen, ein Spiel spielen, statt zu plaudern.
  20. Schicken Sie einem älteren Enkelkind etwas aus seiner Welt, eine Nachricht, einen Link, ein Foto, das es lustig fände, ohne eine Antwort zu erwarten.
  21. Ausruhen und bemerken. Welches Enkelkind hat sich diese Woche ein Stück näher angefühlt? Welches braucht als Nächstes Ihre geduldige Aufmerksamkeit?
  22. Nehmen Sie sich auf, wie Sie eine Familiengeschichte erzählen, zwei Minuten auf einem Telefon, oder schreiben Sie sie in ein Heft. Beginnen Sie das Erbe.
  23. Beschriften Sie die Rückseiten von fünf alten Fotos mit den Namen der Abgebildeten, bevor die Namen verloren gehen.
  24. Ersetzen Sie ein geplantes gegenständliches Geschenk durch ein Erlebnis, das Sie teilen, und achten Sie darauf, wie sich das anders anfühlt.
  25. Wenn Sie Kinder betreuen, fragen Sie sich ehrlich, ob das Maß tragfähig ist, und planen Sie, falls nicht, ein behutsames Gespräch.
  26. Tun Sie eine großzügige Sache in Richtung der anderen Großeltern: ein Foto teilen, an einem Feiertag nachgeben, vor dem Kind etwas Warmes über sie sagen.
  27. Wenn es eine kleine Spannung mit einem Elternteil gibt, sprechen Sie sie einmal unter vier Augen als Frage an, und lassen Sie die Antwort dann stehen.
  28. Eröffnen Sie ein mit einer Frage beginnendes Gespräch darüber, wie die Familie eine Sache künftig handhaben will. „Wie wollt ihr ..." statt „So machen wir das ...".
  29. Blicken Sie auf den Monat zurück. Welche zwei Gewohnheiten haben am meisten bewirkt? Die behalten Sie.
  30. Schreiben Sie sich einen kurzen Plan: die zwei oder drei Gewohnheiten der Nähe, die Sie behalten, eine Art, wie Sie weiter die Zuständigkeit der Eltern respektieren, und eine Sache, die Sie dieses Jahr tun, um Ihre Geschichten weiterzugeben. Tragen Sie einen Rückblicktermin in einem Monat in den Kalender ein. Fertig, und Sie sind dabei bessere Großeltern geworden.